fbpx

Was ist eine „Lotusgeburt“?

Die sanfte Geburt wird momentan heiß in den sozialen Medien diskutiert. Häufig spricht man dabei von der „Lotusgeburt“, das Baby wird nach der Geburt nicht künstlich von der Plazenta getrennt, es wird gewartet, bis die Nabelschnur automatisch abfällt. Entbindung ohne eine Abnabelung- klingt verrückt? Dann lasse uns das Thema doch mal genauer beleuchten.

Seinen Namen hat das Geburtsritual nicht etwa von der symbolträchtigen Blume oder der schmackhaften Lotuswurzel, auch nicht vom fernöstlichen Lotussitz, sondern von der amerikanischen Hellseherin Claire Lotus Bay.

Ok- eine Hellseherin? Ernsthaft?

Claire Lotus Bay gilt heute als Vorreiterin dieser Geburtstechnik, sie ließ ihr Neugeborenes in den 1970er Jahren – als offenbar erste Frau in der westlichen Welt – nicht auf die klassische Weise abnabeln. In den Folgejahren wurde die Lotusgeburt dann vor allem in esoterischen Kreisen beliebt. Befürworterinnen wie Shivam Rachana und Jeannine Parvati Baker propagierten die Lotusgeburt später weltweit.

Das Geburtsritual wird als schonende, natürliche Art und Weise betrachtet, um den Weg in die Welt zu finden. Die spirituelle und natürliche Verbindung zwischen Kind und Plazenta hat laut Befürwortern viele Vorteile:

  • Geringeres Gelbsuchtrisiko
  • Besseres Verheilen des Nabels
  • Geringeres Infektionsrisiko der Nabelwunde
  • Schnellere Gewichtszunahme

Als Grund dafür wird oft die zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff, Eisen und weiteren Nährstoffen aus der Plazenta genannt. Wissenschaftlich betrachtet gibt es keine Beweise. Die Medizin sieht die Lotusgeburt eher pragmatisch und verweist an den Mangel an wissenschaftlich profunden Nachweisen für den Vorteil des Neugeborenen. Stattdessen hegen Ärzte eher Zweifel aufgrund des erhöhten Infektionsrisikos.

Wie wird die Plazenta während der Übergangsphase zur automatischen Abnabelung gepflegt?

Ab dem ersten Tag nach der Geburt wir die Plazenta mit einer Mischung aus Salz, duftenden Kräutern oder auch ätherischen Ölen eingerieben. Diese „Marinade“ soll den Trocknungsprozess des Mutterkuchens beschleunigen, sodass er nicht faulen kann. Vorwiegend zum leichteren Transport, aber sicher auch, damit das ganze etwas hübscher aussieht, wird die Plazenta bei der Lotusgeburt in spezielle Taschen oder Beutel aus atmungsaktivem Stoff gelegt (etwa aus Baumwolle).

 

Fazit: Wissenschaftlich konnte bisher keinerlei Nutzen einer Lotusgeburt für das Baby festgestellt werden, die Versprechungen gesundheitlicher Vorteile bleiben also rückhaltlos. Neugeborene profitieren zwar tatsächlich von einer verzögerten Abnabelung, das gilt jedoch nur bis sich die Nabelschnur nach einer bis drei Minuten „auspulsiert“ hat, der Blutfluss also von allein versiegt. Baby und Plazenta erst dann zu trennen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO schon seit 2012. Eine noch spätere Abnabelung hat jedoch keinen medizinischen Nutzen.

 

Melde dich jetzt zum Newsletter an!

Feu dich auf wertvolle Tipps und Infos rund um das Thema "Entspannt Eltern werden" Als dank erhältst du meinen Report "Was du übers Stillen wissen solltest" geschenkt.

Datenschutz

Das hat geklappt. Bitte schau in dein E-Mail Postfach!

Melde dich jetzt zum Newsletter an!

Erhalte hilfreiche Anregungen und Infos für Sterneneltern. Als Dank erhältst du meinen Report "Erste Hilfe im Notfall für Sterneneltern" geschenkt.

datenschutz

Das hat geklappt. Bitte schau in dein E-Mail Postfach!

Melde dich jetzt zum Newsletter an! Freu dich auf wertvolle Tipps und Infos rund um das Thema "Entspannt Eltern werden" Als Dank erhältst du meinen Report "Tipps für ein starkes Immunsystem für dein Baby" geschenkt.

Datenschutz

You have Successfully Subscribed!